Warum Freude und Dankbarkeit Zwillinge sind
07.09.2026
Wer hat sie nicht schon erlebt: die spontanen Momente intensivster Freude. Augenblicke grösster Verbundenheit, tiefster Berührung oder mystischer Ekstase aus purer Freude. Wodurch werden solche Ereignisse ausgelöst? Was fördert sie? Wie können wir sie schaffen? Wir wissen es nicht, denn sie sind spontan, unwillkürlich und ein Geschenk.
Bruder David Steindl-Rast vertritt den Gedanken, dass Freude durch Dankbarkeit entstehen und verankert werden kann. Seine Aussage, dass Menschen nicht dankbar sind, weil sie glücklich sind, sondern glücklich, weil sie dankbar sind, bringt es auf den Punkt. Doch die spontane Freude ist schon noch etwas anderes, etwas Geheimnisvolles, sogar Mystisches.
An einem sonnigen Mittag – ich war noch in der Mittelschule in Baden und lebte in Ennetbaden – ging ich mit einer Lunchbox zum Fluss hinunter, um mich etwas auszuruhen und zu lesen. Nach dem bescheidenen Mittagsmahl legte ich mich auf die breite Mauer am Flussufer in die Sonne. Ich fühlte den warmen Stein unter mir, das helle Licht hinter den geschlossenen Augen und ein angenehmes Lüftchen auf meiner Haut, als mich plötzlich ein Gefühl grössten Glücks durchströmte. Mehr als fünfzig Jahre später kann ich es immer noch nachfühlen und ich werde es nie vergessen, denn es war irgendwie lebensverändernd. Es war, als wäre ich mit allem eins und verbunden. Mein Leben war damals alles andere als einfach und so war es nicht selbstverständlich oder logisch, dass sich diese machtvolle Emotion manifestieren konnte. Dieser Moment war so prägend, dass ich ihn als Kraftbild bis heute mit mir trage.
Artikel über "Warum Freude und Dankbarkeit Zwillinge sind" weiterlesen
Falls ich Sie unterstützen kann, kontaktieren Sie mich unverbindlich.
Christina Kuenzle