Verletzlichkeit zeigen ist nichts für Weicheier!
12.03.2026
Seit Brené Brown ihr Buch „The Power of Vulnerability“ geschrieben hat, ist Verletzlichkeit zu zeigen eine gute Sache. Wirklich? Was heisst das eigentlich? Und warum soll das Vorteile bringen? Gerade in einer Zeit, in der Neo-Machos wieder auf dem Vormarsch sind, ihre unabgestimmte Macht demonstrativ ausleben und sich als Bullies gut fühlen, ohne schlechtes Gewissen. Soll man sich in diesem Umfeld wirklich verletzlich zeigen? – Oder doch lieber unfehlbar und allmächtig auftreten, um da mithalten zu können?
Nehmen wir es vorweg: Verletzlichkeit hat nichts mit übertriebener Sensibilität, egoistischen Bedürfnissen, die andere zu erfüllen haben, Jammern oder Mitleid eintreiben zu tun. Verletzlichkeit ist auch keine Schwäche, die es zu verbergen gilt. Verletzlichkeit ist das, was wir finden, wenn wir wachsen wollen, wenn wir unsere Grenzen ausweiten, wenn wir Risiken eingehen und wenn wir Neues erforschen, lernen und experimentieren. Kurzum: wenn wir das Bekannte und Altbewährte verlassen. Verletzlichkeit ist ganz normal ausserhalb der Komfortzone – da, wo nicht alles gelingt, vieles schiefläuft und nicht alles funktioniert. Statt uns zu freuen, dass wir gerade wieder einmal einen Teil der Nichtmöglichkeiten eliminiert haben, schämen wir uns für Fehler, Misserfolge und Versagen, wischen sie unter den Tisch, finden Ausreden, Schuldzuweisungen und Erklärungen und versuchen so, unser Ego wiederherzustellen. Daran ist an sich nichts falsch, es ist nur nicht hilfreich, um weiterzukommen. Denn in der Komfortzone, da, wo wir wissen, wie es geht und alles richtig machen, können wir nicht wachsen – dafür sehen wir gut aus.
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Christina Kuenzle